08 Januar 2009

SOA ist tot, es lebe der Service

Anne Thomas Mane hat in ihrem Blog das Ende von Service Oriented Architectures verkündet. Das ist insofern bemerkenswert, dass sie Vice President und Research Director der Burton Group für Application Platform Strategies ist. Zu ihren Aufgabenbereichen gehören: SOA, web services, XML, governance, Java, application servers, superplatforms, und application security.


(Bildquelle: burtongroup.com)

Sie argumentiert, dass der SOA Ansatz zu viel gekostet und zu wenig gebracht hat. Die Versprechen von mehr Flexibilität und geringeneren Kosten wären nicht eingelöst worden. Im Gegenteil, es wären sogar höhere Kosten angefallen und viele Projekte gescheitert.

Trotzdem war die Arbeit nicht umsonst, da viele verwandte auf Services gründende Technologien die SOA beerben sollen. (SaaS, MashUps, Clouds...)

Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich insofern beipflichten, dass das Einführen einer SOA in bestehenden komplexen Systemen sehr teuer und aufwändig ist und damit quasi alle Probleme der Softwarekrise in sich vereint, auf die SOA ja eigentlich die neueste Antwort war.

Hier sehen wir ein typisches Problem des Software Engineerings, dass Ansätze für die Neuentwicklung eines Systems erdacht werden. Quasi für Entwicklungen auf der grünen Wiese.
Im "wahren Leben" wird aber selten ein Software aus dem Nichts erschaffen. Meist baut man auf vorhandenem Code auf.
Von Grund auf eine SOA aufzubauen, um ein komplexes System zu implementieren ist sicherlich ein verlockender Gedanke, aber beispielsweise ein SAP System (ca. 300 Millionen LoC) im Nachhinein auf eine solche radikal andersartige Architektur umzubauen ist in einem solchen Ansatz nicht berücksichtigt.

Hat sie mit ihrer Analyse recht, dann gehört die Zukunft einmal mehr den evolutionären Ansätzen, die sich - weniger radikal - mit geringerem Aufwand in bestehende System einfügen lassen.

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